Ratgeber

§ 34c GewO: Erlaubnis für Hausverwalter

Vom Vesalo-Team

Rechtliche Grundlage

§ 34c GewO regelt die gewerberechtliche Erlaubnis für Tätigkeiten im Immobilienbereich. Seit dem 1. August 2018 brauchen WEG- und Mietverwalter eine Erlaubnis nach § 34c Abs. 1 S. 1 Nr. 4 GewO. Die für Hausverwalter relevanten Abschnitte:

  • § 34c Abs. 1 S. 1 Nr. 4 GewO: Erlaubnispflicht für die WEG- und Wohnraum-Mietverwaltung (Wohnimmobilienverwalter).
  • § 34c Abs. 2 GewO: Versagungsgründe (Zuverlässigkeit, Vermögensverhältnisse, fehlende Berufshaftpflichtversicherung).
  • § 34c Abs. 2a GewO: Weiterbildungspflicht — 20 Stunden innerhalb von drei Kalenderjahren, auch für unmittelbar mitwirkende Beschäftigte (Einzelheiten in § 15b MaBV).
  • § 15 MaBV: Berufshaftpflichtversicherung für jeden Wohnimmobilienverwalter, mindestens 500.000 € je Versicherungsfall und 1 Mio. € für alle Versicherungsfälle eines Jahres.

Was Eigentümer dadurch wissen sollten

Bei jeder Verwalterauswahl ist die § 34c GewO-Erlaubnis ein Mindeststandard. Eigentümer können beim Verwalter den Nachweis verlangen:

  • Kopie der Erlaubnisurkunde der zuständigen Behörde (mit Datum und Erlaubnis-Nummer)
  • Nachweis der Berufshaftpflichtversicherung (Höhe der Deckungssumme, Versicherer)
  • Nachweis der Weiterbildung (letzte drei Kalenderjahre)

Verwalter ohne § 34c GewO-Erlaubnis dürfen nicht gewerblich tätig werden. Wer ohne Erlaubnis Wohnimmobilien verwaltet, handelt ordnungswidrig (§ 144 Abs. 1 Nr. 1 GewO).

Häufige Fragen

Was ist die § 34c GewO-Erlaubnis?

§ 34c GewO regelt die gewerberechtliche Erlaubnis für Tätigkeiten im Immobilienbereich — unter anderem für Makler, Bauträger und Wohnimmobilienverwalter. Für die WEG- und Wohnraum-Mietverwaltung gilt die Erlaubnis nach § 34c Abs. 1 S. 1 Nr. 4 GewO. Zuständig ist die nach Landesrecht bestimmte Behörde (für Vesalo: der Main-Kinzig-Kreis), nicht die IHK. Voraussetzungen sind Zuverlässigkeit, geordnete Vermögensverhältnisse und eine Berufshaftpflichtversicherung (§ 34c Abs. 2 Nr. 1–3 GewO).

Wer braucht eine § 34c GewO-Erlaubnis?

Jeder, der gewerbsmäßig Wohnungseigentum oder Mietwohnungen für Dritte verwaltet — als Einzelperson oder Gesellschaft (§ 34c Abs. 1 S. 1 Nr. 4 GewO). Auch Bestandsverwalter ohne formale Ausbildung brauchen sie. Ausnahme: rein private Verwaltung der eigenen Immobilien (z.B. Eigentümer-Verwalter einer einzelnen WEG) ohne kommerzielle Absicht.

Welche Voraussetzungen muss der Antragsteller erfüllen?

Drei Säulen: 1) Zuverlässigkeit (Führungszeugnis, Auskunft aus dem Gewerbezentralregister), 2) Geordnete Vermögensverhältnisse (Auskunft aus Insolvenz- und Schuldnerverzeichnis), 3) Berufshaftpflichtversicherung (§ 34c Abs. 2 Nr. 3 GewO, § 15 MaBV) — Pflicht für jeden Wohnimmobilienverwalter, mindestens 500.000 € je Versicherungsfall und 1 Mio. € für alle Versicherungsfälle eines Jahres.

Was kostet die Erlaubnis?

Die einmalige Erlaubnisgebühr variiert nach Bundesland und Behörde — typisch 200 € bis 500 € einmalig. Dazu kommen Folgekosten: Weiterbildungspflicht nach § 34c Abs. 2a GewO und § 15b MaBV (20 Stunden innerhalb von drei Kalenderjahren), Prämie für die Berufshaftpflichtversicherung (200–800 € pro Jahr je nach Geschäftsumfang).

Welche Pflichten erwachsen aus der Erlaubnis?

Drei Hauptpflichten: 1) Information der Auftraggeber über berufsspezifische Qualifikationen und Weiterbildungen (§ 11 S. 1 Nr. 3 MaBV), 2) Berufshaftpflichtversicherung während der Tätigkeit (§ 15 MaBV), 3) Weiterbildung: 20 Stunden innerhalb von drei Kalenderjahren; der erste Zeitraum beginnt am 1. Januar des Kalenderjahres der Erlaubniserteilung, und die Pflicht gilt auch für unmittelbar mitwirkende Beschäftigte (§ 34c Abs. 2a GewO, § 15b MaBV). Für Wohnimmobilienverwalter gelten aus der MaBV nur §§ 11, 15–15b, 18 (teilweise) und 19 (§ 1 Abs. 2 MaBV). Bei einer WEG lauten die Konten auf die Gemeinschaft der Wohnungseigentümer (§ 9a WEG).

Wer kontrolliert die Einhaltung?

Zuständig ist die nach Landesrecht bestimmte Behörde (für Vesalo: der Main-Kinzig-Kreis), nicht die IHK. Verstöße können zum Widerruf der Erlaubnis führen (z.B. Vermögensverhältnisse nicht mehr geordnet, Fortbildung nicht nachgewiesen). Eigentümer und WEG können sich bei Beschwerden an diese Behörde wenden.

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